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Spielmannszuges Borgholz

Mitglied des Deutschen Volksmusikerbundes


Geschichte der Musikstücke und Märsche des Spielmannszuges Borgholz 1926 (PDF)

Grosser Zapfenstreich

Der Große Zapfenstreich ist eine feierliche, am Abend abgehaltene Militärzeremonie mit Streitkräften und Musik. Er ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr. In seinem Ablauf stellt er eine Kunstform des ursprünglichen militärischen Zapfenstreichs dar und wird heute insbesondere zur Ehrung von Persönlichkeiten, vereinzelt bei öffentlichen Gelöbnissen, bei Jubiläen sowie zum Abschluss großer Manöver abgehalten.
Geschichte:
Der Große Zapfenstreich in seiner heutigen Form entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ordnete während der Befreiungskriege 1813 die Ausweitung des Zapfenstreiches um das Präsentieren des Gewehrs, ein stilles Gebet und das Blasen eines Militärliedes an. Er folgte damit dem Beispiel Russlands, Österreichs und Schwedens. Nicht überliefert ist, welches Musikstück ursprünglich als Gebet gespielt wurde; schon bald setzte sich allerdings der noch heute verwendete Choral "Ich bete an die Macht der Liebe" durch. Die seit der Ausweitung mehrfach veränderte Form des Großen Zapfenstreiches mit musikalischem Gebet und Militärmusik stellte der damalige Musikdirektor des Musikkorps des preußischen Gardekorps Wilhelm Wieprecht zusammen. Seine erste Aufführung fand am 12. Mai 1838 in Berlin zu Ehren des russischen Zaren Nikolaus I. statt. Nach der Gründung des deutschen Kaiserreiches 1871 wurde - bei Anwesenheit des Monarchen - vor dem Gebet die Kaiserhymne Heil dir im Siegerkranz intoniert. Seit 1922 erfolgte zum Abschluss der Zeremonie das Abspielen der Nationalhymne, des Deutschlandliedes. Inzwischen wird bei Anwesenheit hoher ausländischer Gäste oder Truppenteile auch deren Nationalhymne gespielt.
Auch die DDR führte 1962 den Großen Zapfenstreich wieder ein. 1981 wurde er um "Elemente des progressiven militärischen Erbes" ergänzt, beispielsweise um das Lied Für den Frieden der Welt des sowjetischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch (siehe Großer Zapfenstreich der Nationalen Volksarmee).
In der Öffentlichkeit ist der Große Zapfenstreich vor allem durch die Verabschiedungen der Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, der Bundeskanzler und der Bundesverteidigungsminister bekannt. Der Große Zapfenstreich gilt als höchste Auszeichnung, die die Bundeswehr einer Zivilperson zu Teil werden lassen kann. Grundsätzlichen Anspruch auf eine Verabschiedung durch einen Großen Zapfenstreich haben der Bundespräsident, der Bundeskanzler und der Bundesminister der Verteidigung; allen Militärs im Range eines Generals oder Generalleutnants (bzw. Admirals oder Vizeadmirals) steht ebenfalls ein Zapfenstreich bei ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst zu.
Die wohl größten und öffentlichkeitswirksamsten Großen Zapfenstreiche wurden zur Verabschiedung der Westalliierten aus Berlin vor dem Brandenburger Tor sowie zur Verabschiedung von Helmut Kohl aus dem Amt des Bundeskanzlers vor dem Kaiserdom zu Speyer aufgeführt.
Elemente und Personal:
Die Ausführung des Großen Zapfenstreiches unterliegt mindestens einem Musikkorps mit angeschlossenem Spielmannszug, zwei Zügen Begleitkommando unter Gewehr und einer Ehrenformation Fackelträgern.
Elemente des Großen Zapfenstreiches sind im Allgemeinen:
Das Locken zum Großen Zapfenstreich, das Zeichen zum Gebet und das Abschlagen nach dem Gebet werden als musikalische Kommandos nur von den Spielleuten (Spielmannstrommel und -pfeife) unter Leitung des Tambourmajors ausgeführt, die übrigen Musikstücke vom gesamten Musikkorps. Der Ruf nach dem Gebet knüpft musikalisch an die Retraite an und umrahmt so den Gebetsteil. Auf- und Abmarsch sowie die Meldungen sind mit weiteren Kommandos verbunden.
In Bayern kann eine abgeänderte Form des oben beschriebenen Zapfenstreichs zur Aufführung kommen. In ihr wird der "Bayerische Zapfenstreichmarsch" anstelle des preußischen Zapfenstreichmarsches und das "Bayerische Militärgebet" von Johann Kaspar Aiblinger anstelle des Chorals "Ich bete an die Macht der Liebe" gespielt.