Preußens Gloria
von Johann Gottfried Piefke (AM II/240)
Preußens Gloria (Armeemarsch II, 143 (Armeemarsch II, 240) und Heeresmarsch II, 98) ist ein berühmter deutscher Marsch des 19. Jahrhunderts.
Komponist war Musikdirektor Johann Gottfried Piefke (1817 - 1884) vom 1. Brandenburgischen Leibgrenadierregiment Nr. 8 in Frankfurt a.d. Oder.
Dieser Mittelstufen-Marsch ist wohl der Inbegriff für deutsche Marschmusik weltweit.
Er wird sehr oft für Militäraufmärsche verwendet, wie Gelöbnisse etc.
Auch beim "Großen Zapfenstreich" ist dieser Marsch sehr oft zu hören.
Er führte durch seine Bekanntheit, auch im Ausland, dazu, dass die Deutschen oft auch als "Piefkes" bezeichnet werden.
Johann Gottfried Piefke wurde am 09.09.1817 in Schwerin geboren.
Auch ihm war die Musik in die Wiege gelegt worden, war doch sein Vater als Organist und Stadtmusikus tätig.
Piefke hatte sein Leben der Musik und dem Militär verschrieben und wurde gar am 23. Juni 1859 zum "Königlichen Musikmeister" ernannt.
Im Jahre 1871 schließlich komponierte er diesen Marsch, nachdem er sich von einer schweren Erkrankung,
welche er sich im deutsch-französischen Krieg im Herbst 1870 bei der Belagerung von Metz zugezogen hatte, erholt hat.
Am 25. Januar 1884 stirbt Johann Gottfried Piefke in Frankfurt/Oder.
Von ihm stammt auch der sehr bekannte Königgrätzer-Marsch.
Geschichte:
"Preußens Gloria" entstand 1871 nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg,
der zur Gründung des deutschen Kaiserreiches geführt hatte.
Zur Siegesparade der zurückgekehrten Truppen wurde der Marsch in Frankfurt a. d. Oder uraufgeführt.
Da Piefke ihn danach nur zu besonderen Anlässen aufführen ließ, blieb der Marsch lange Zeit der breiten Öffentlichkeit unbekannt.
Erst 1909 tauchte wieder ein Manuskript des fast vergessenen Stückes auf und wurde vom Armee-Musikinspizienten Prof. Theodor Grawert bearbeitet.
Kurze Zeit später wurde er in die Sammlung preußischer Armeemärsche aufgenommen.
Heute ist "Preußens Gloria" wohl der populärste deutsche Heeresmarsch.
Er wird in der Bundeswehr häufig zu öffentlichen Anlässen, vor allem bei Staatsbesuchen, gespielt und ist unter anderem der Traditionsmarsch des Luftwaffenausbildungskommandos.
Er zählt aber auch zum Standardrepertoire vieler ausländischer Militärmusiken.
In Deutschland wird er aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrades auch häufig von Laienblasorchestern intoniert,
so ist er z.B. der Standardmarsch bei den insbesondere in Westfalen populären Schützenfesten.
Erst 1898 erschien der Marsch im Druck und wurde 1911 Armeemarsch.
Durch Großadmiral Prinz Albert Wilhelm Heinrich von Preußen fand er auch bei der Marine so großen Anklang, dass er sogar als Marinemarsch gilt.